dmexco 2015: Meine Eindrücke von der Digitalmesse

Es war mein erstes Jahr auf der dmexco. Leider konnte ich nur den zweiten Tag auf der Messe verbringen. Ich hatte mir aus dem großen Angebot an Vorträgen, Diskussionen und Seminaren viele ausgesucht, die ich sehen wollte. Ich habe es nur zu einem einzigen geschafft. Den Rest des Tages habe ich in der Ausstellung verbracht. Und doch konnte ich nur einen kleinen Teil des Angebots der Aussteller erfassen. Nur wenige Gespräche führen. Wenn ich gewollt hätte, wäre die Tasche mit Infomaterial auf dem Rückweg dreimal so voll gewesen. Doch es war schon mehr als genug. Ich werde vermutlich noch ein paar Tage brauchen, um alle Eindrücke zu verarbeiten – und meine wunden Füße wieder zu entspannen.

Ein singender und tanzender Roboter sorgt überall für Aufmerksamkeit - auch auf der dmexco.
Ein singender und tanzender Roboter sorgt überall für Aufmerksamkeit – auch auf der dmexco.

Wie schon gesagt: Die Messe war groß. Über 44.000 Besucher waren es dieses Jahr. In vier Hallen waren die Aussteller verteilt. Dazwischen sowie in einem fünften Gebäude die Veranstaltungen. Einige Unternehmen hatten zusätzlich noch ein eigenes Vortragsprogramm auf dem Stand. Die Stände reichten von groß bis klein, von kreativem Entwurf bis zu klassischem Design. Natürlich waren die großen nationalen und einige internationale Player vertreten: Google, Facebook, Adobe, Bauer, SAP und viele andere. Viele nutzten ihren Messestand als Meetingcenter, andere waren auf Information konzentriert. Wieder andere nutzten ihre Giveaways als Tauschobjekt: Anmeldung zum Newsletter gegen Tasche, Visitenkarte gegen kostenloses Buch. Am deutlichsten wurde das bei Twitter: Der Stand diente lediglich dazu, Notizbücher, Taschen oder frisch bedruckte T-Shirts unter die Leute zu bringen. Der Preis: Dem deutschen Twitteracount folgen und einen Tweet mit dem passenden Hashtag absetzen. Die Schlange vor dem Stand war lang. Kurzfristige Aufmerksamkeit: definitiv! Aber ob es auch langfristig zu Interaktionen oder gar Geschäftsbeziehungen kommt?

Bunte Teppichstreifen verschönern nicht nur das Gelände, sie dienen auch als Wegweiser.
Bunte Teppichstreifen verschönern nicht nur das Gelände, sie dienen auch als Wegweiser.

Die einzige Veranstaltung, die ich besucht habe: Eine Podiumsdiskussion zum Native Advertising. Eine wirkliche Diskussion entwickelte sich zwar nicht – eigentlich waren sich alle einig: Native Advertising ist ein entscheidendes Zukunftsmodell. Doch die Werbung muss auch/trotzdem/weiterhin als solche gekennzeichnet sein. Transparenz und Ehrlichkeit sind ebenso entscheidend wie Relevanz der Informationen – alles andere wird durch Nichtbeachtung abgestraft. User wollen sich nicht mehr durch unpassende, nervige oder einfach nicht interessante Werbung unterbrechen lassen. Und mithilfe von Adblockern und anderer Technik müssen sie es auch nicht mehr. Jedoch freuen sie sich, wenn ihnen ein Mehrwert geboten wird – ob dieser durch redaktionelle oder werbliche Inhalte geliefert wird, ist dabei zweitrangig. Denn, so die These des Podiums, es ist nicht die Werbung an sich, die den User stört, sondern, dass sie ihn in dem unterbricht, was er eigentlich tun möchte (z.B. einen Film gucken). Anpassen an die Erwartungen und Wünsche der User (und nicht der Unternehmen oder Vermarkter) lautet daher die Devise. Dann kann auch in Zukunft Werbung erfolgreich und effektiv sein.

Fürs nächste Jahr habe ich gelernt: Ein konkretes Ziel zu haben – also zu wissen, welche Informationen man sucht – ist hilfreich. Dazu bereits im Vorfeld die relevanten Gesprächspartner herauszusuchen schadet sicher auch nicht. Es hat trotzdem Spaß gemacht, einfach so über die Messe zu schlendern und hier und da ins Gespräch zu kommen. So hat man auch Gelegenheit, etwas über den Tellerrand zu schauen und viel Neues zu entdecken. Aber ein bisschen mehr Planung wäre schon schön gewesen. Beim nächsten Mal dann…